Eine Lungenembolie ist eine lebensbedrohliche Komplikation, bei der ein verschlepptes Blutgerinnsel wichtige Gefäße in der Lunge blockiert und die Sauerstoffversorgung gefährdet. Da sie nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste Herz-Kreislauf-Todesursache ist, sind eine frühzeitige Diagnose bei Warnsignalen wie Atemnot oder Brustschmerz sowie eine sofortige Therapie entscheidend. Informieren Sie sich hier über die Entstehung, die Symptome und die lebensrettenden Maßnahmen im Notfall.

Plötzliche Schmerzen beim Luftholen, Luftnot, blutiger Husten oder eine kurze Bewusstlosigkeit zusätzlich zu den Beinbeschwerden (oder auch allein auftretend) deuten auf eine mögliche Lungenembolie hin. Das bedeutet, dass sich das Gerinnsel in der Vene abgelöst hat und mit dem Blutstrom über das Herz in die Lunge verschleppt worden ist. Dort hat es die für die Lungendurchblutung notwendigen Adern verschlossen, was lebensbedrohlich sein kann.
Bei derartigen Beschwerden sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen oder einen Rettungswagen rufen. Zur Diagnose einer Lungenembolie werden verschiedene Verfahren eingesetzt: am häufigsten erfolgt die Computertomographie (CT), die eine Lungenembolie schnell und sicher detektiert. Die dabei genutzte Röntgenstrahlung ist heutzutage sehr gering und kann unter bestimmten Sicherheitsmaßnahmen auch bei Schwangeren durchgeführt werden. Eine Alternative zur Computertomographie bietet die Lungen-Szintigraphie. Dabei werden schwach radioaktive Substanzen inhaliert und in die Vene gespritzt und die Verteilung der Substanzen mit einem Detektor aufgezeichnet. Die Menge an Strahlung ist bei der Szintigraphie bedeutend geringer als bei der Computertomographie, dafür ist die Untersuchung nicht überall verfügbar und erlaubt in einigen Fällen auch keine endgültige Klärung. Weitere etablierte Untersuchungsmethoden sind der Herz- und Lungenultraschall. Nicht selten werden mehrere Untersuchungsmethoden miteinander kombiniert, dies gilt vor allem im Notfall, oder wenn im Einzelfall ein CT nicht möglich ist, z.B. bei bestimmten Schilddrüsen- und Nierenerkrankungen oder einer Kontrastmittelallergie.
Lungenembolien werden, wie Thrombosen, mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt. Dies kann in Form von Tabletten oder Spritzen erfolgen. Welches Präparat infrage kommt, hängt u.a. von Begleiterkrankungen ab oder dem Vorliegen einer Schwangerschaft oder Stillzeit. Lebensbedrohliche Lungenembolien erfordern manchmal zusätzlich über die Vene verabreichte Medikamente, die das Gerinnsel direkt bestmöglich auflösen. Diese sogenannte Lyse bringt jedoch auch ein hohes Blutungsrisiko mit sich, weswegen Patienten auf der Intensivstation überwacht werden. Eine neuere Behandlungsform stellt das Absaugen des Blutgerinnsels mithilfe von Unterdruck in einen schlauchförmigen Katheter dar, der über eine Vene eingeführt wird.